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13.07.2011 / Alter: 313 Tage

Tag der Bodenbearbeitung


Die Stoppelbearbeitung ist nach der Ernte der wichtigste Eingriff in den Boden seit der Saatbettbereitung und Aussaat. Dabei gibt es auch hier viel zu beachten. Doch welche Ziele verfolgt man mit der Stoppelbearbeitung. Dieser Frage gingen am 12.07.2011 ökologisch wie auch konventionell wirtschaftende Landwirte auf einem Feld der Adrabrunnen GmbH Oldisleben nach. Organisiert von der Marktgemeinschaft Ökoflur und der Gäa e.V lag der thematische Schwerpunkt an diesem Tag im Ökolandbau, wozu Maschinen von Kverneland, Horsch und Kelly vorgeführt wurden.

In die Thematik führte Martin Hänsel von der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zuerst mit einer theoretischen Betrachtung ein. Hänsel, der selber ökologischen Gemüsebau betreibt, sieht das Ziel der Stoppelbearbeitung im Ökolandbau besonders in der Unkrautbekämpfung. Da keine chemische Unterstützung zur Verfügung steht, muss die Beikrautregulierung, neben einem optimalen Auflaufen des Ausfallgetreides und der Unterstützung der Strohrotte, priorisiert werden. Hierauf muss schon mit der ersten Bearbeitung hin gearbeitet werden. Anders als im konventionellen Bereich reicht es nicht aus, die Körner leicht mit Erde zu bedecken. Vielmehr muss das Unkraut aktiv bekämpft werden.

So ist es im Sommer, wenn die Wurzelunkräuter aufgrund der Temperatur noch aktiver sind, besser, wenn die Wurzeln oberflächennah abgelegt werden. Sobald sie wieder austreiben, verbrauchen sie ihre Reserven und können mit der nächsten Bearbeitung weiter geschwächt werden, sodass die folgenden Kulturen einen Wachstumsvorsprung erlangen können.

Um die Zielerreichung zu kontrollieren, sollte in jedem Fall, nach Hänsel, ein Spaten zur Ausrüstung jedes Bodenbearbeiters gehören. Nur mit einer Spatenuntersuchung des Bodenprofils kann das beste Gerät mit der optimalen Einstellung eingesetzt werden. Weiterhin kam der Spaten auch bei der Bewertung der Bodenbearbeitungsgeräte zum Einsatz. Sehr anschaulich konnte so im Weiteren das Arbeitsbild von unterschiedlichen Arbeitsgeräten der verschieden Herstellern betrachtet und verglichen werden.

Wie immer in der Landwirtschaft gibt es kein „Allheilmittel“. Unter den gegebenen Bedingungen (lehmiger Boden, relativ feucht) konnte ein Grubber mit Flügelscharen und einer guten Überlappung und ein Schälpflug mit guter Einarbeitung des Strohs und Abtrennen der Unkrautwurzeln und Stoppeln überzeugen. Zudem ist der Zugkraftbedarf bis ca. 14 cm Bearbeitungstiefe etwa gleich. Die Kurzscheibenegge und ein Gruber mit Doppelherzscharen ließen an diesem Tag den Unkräutern noch zu viele Möglichkeiten weiterzuwachsen. Die australische Kelly Ketten-Kurzscheibenegge reihte sich in dieses Bild ein, konnte die Stoppel nicht ausreichend unterschneiden, zeigte aber ein ebenes Bild auf bereits bearbeiteter Fläche.

Es wurde aber auch herausgestellt, dass bei größerer Trockenheit der Boden besser bricht und somit nicht vollständig unterschnitten werden muss. Somit können auch Gänsefuß- und Doppelherzschare sowie Kurzscheibeneggen verwendet werden.

Speziell im Ökolandbau sollte man bei Grubbern eher auf mehr Balken und einen höheren Durchgang achten, da es bei hohem Unkrautbesatz sinnvoll ist, höher zu schneiden und somit mehr Masse anfällt.

In Bezug auf Unterbodenverdichtungen gab Herr Hänsel die Empfehlung, diese Arbeit durch tief wurzelnde Pflanzen z.B. in Zwischensaatmischungen machen zu lassen. Mit diesen kann der Boden zudem den Trockenstress, wie in diesem Frühjahr, besser verkraften. Die effektivere Verarbeitung von Wetterkapriolen wird auch ein Teil der Strategieberatung am 1. September im Kommunikationszentrum Nottleben sein.

FAZIT: Für eine optimale Stoppelbearbeitung, benötigt man viele verschiedene Geräte, um für den richtigen Boden und die richtige Witterung ausgestattet zu sein. Das könne die wenigsten Landwirte vorweisen. Daher ist es gerade für Landwirte sinnvoll, möglichste universelle Geräte zu nutzen, die man umrüsten kann. Hier bietet ein Grubber die besten Variationsmöglichkeiten.

Bilder zu dieser Veranstaltung finden sie in unserer Galerie